Benutzerhandbuch

Einsätze

Alles, was vor dem Flug entschieden wird, steht im Bereich Einsätze: Missionen, Einsatzaufträge, Schnellaktivierung und UAS-Geozonen. Die Mission ist die Akte, die Wetter, Crew, Checklisten, Flüge, Livestream und Übergaben zusammenhält.

Eine Mission erstellen

Im Formular gibst du Titel, Sektor (Inspektionen, Landwirtschaft, Foto-/Videoaufnahmen, Mapping / LiDAR, Public Safety / SAR, Ausbildung, Sonstiges), Status und das Flugfenster an, dessen Ende zwingend nach dem Beginn liegen muss. Kunde und Einsatzauftrag sind optional. Adresse, Breiten- und Längengrad brauchen Wetter und Karte: Ohne Koordinaten lässt sich die Wetterampel nicht berechnen.

Die Mission bekommt einen fortlaufenden Code je OrganisationMSN-0001, MSN-0002 und so weiter. Der Status ist eine schlichte Auswahl — Geplant, Laufend, Abgeschlossen, Abgesagt —, die du selbst setzt: Es gibt keine automatischen Übergänge.

Ganz unten findest du den Abschnitt Risikobewertung, standardmäßig eingeklappt, mit vier freien Feldern: Betriebsszenario, Bodenrisiko, Luftrisiko und Minderungsmaßnahmen. Hier notierst du die Überlegungen, die das SORA später formalisiert.

PIC und SPIC direkt im Formular

PIC (verantwortlicher Fernpilot) und SPIC (zweiter Fernpilot) wählst du jetzt im Missionsformular selbst, ohne den Umweg über den Reiter Crew. Beide Felder sind optional: Du kannst eine Mission speichern und die Fernpiloten später zuweisen.

Ein Punkt zum Mitdenken: Diese beiden Felder setzen PIC und SPIC der Crew 1. Weitere Crews haben ihre eigenen, und die verwaltest du im Reiter Crew.

Zwei Regeln gelten immer. Erstens: PIC und SPIC müssen verschiedene Personen sein, denn niemand führt und begleitet denselben Flug zugleich. Zweitens: Wer eine fliegende Rolle übernimmt — PIC, SPIC oder Fernpilot —, braucht einen zum Enddatum der Mission gültigen Nachweis, erfasst in derselben Organisation.

Es lohnt sich zu wissen, wie diese Prüfung arbeitet, damit du sie nicht missverstehst: Die Auswahlliste zeigt alle Mitglieder der Organisation, auch die mit abgelaufenem Nachweis, und die Ablehnung kommt beim Speichern, nicht durch Ausfiltern der Optionen. Ist das Enddatum noch nicht gesetzt, läuft die Prüfung gar nicht erst an, weil der Vergleichszeitpunkt fehlt. Wechselst du die Person in einer Rolle, verlässt die vorherige die Crew; die übrigen Zeilen bleiben unangetastet, und wer schon mit einer anderen Rolle in der Crew stand, behält sie.

Crews, Rollen und Gäste

Im Reiter Crew nimmt das Team wirklich Gestalt an. Jede Zeile ist eine Person mit einer Rolle, und die Zeilen gruppieren sich in nummerierte Crews: Eine Mission kann mehrere einsetzen — zwei Teams an zwei Startpunkten, Schichten, die sich ablösen — und PIC und SPIC sind je Crew einmalig, nicht je Mission. Bei zwei Crews gibt es völlig zu Recht zwei PIC.

Der Button Person hinzufügen fügt eine Zeile in die Crew ein, die du wählst; Crew hinzufügen öffnet direkt die nächste, bereits auf die Rolle PIC gesetzt, denn eine neue Crew beginnt in der Regel mit ihrem verantwortlichen Fernpiloten. Die Tabelle ist nach Crew 1, Crew 2 und so weiter gruppiert, sodass du auf einen Blick siehst, wer mit wem unterwegs ist.

Es gibt neun Rollen:

Eine Person kann in derselben Mission mehrere Rollen übernehmen; was das System ablehnt, ist dieselbe Person mit derselben Rolle in derselben Crew — das ist schlicht ein Duplikat.

Externe Gäste ohne Konto

Im Feld steht oft jemand neben dir, der nicht zur Organisation gehört: der Beobachter der Einsatzleitung, der Techniker des Kunden, der Fahrer des Fahrzeugs. Für einen Tag ein Konto anzulegen ergibt keinen Sinn — ihn ganz aus dem Crew-Register zu lassen aber auch nicht.

Deshalb hat die Crew-Zeile den Schalter Externer Gast (ohne Konto). Ist er aktiv, wählst du statt der Person den Vor- und Nachnamen und — optional, aber nützlich — die Behörde oder Unternehmen, aus der oder dem die Person kommt. In Berichten und Listen erscheint sie dann in der Form „Mario Rossi (Feuerwehr)“, und genau das will man im Nachhinein lesen.

Jede Zeile ist entweder ein Mitglied oder ein Gast, nie beides und nie keines von beidem: Beim Umschalten wird die vorherige Identität geleert, damit keine halben Daten liegen bleiben.

Die Grenze ist klar und gewollt: Ein externer Gast kann keine fliegende Rolle übernehmen. Bei aktivem Schalter zeigt das Rollenmenü nur die sieben nicht fliegenden Rollen — GCS-Operator eingeschlossen —, und PIC, SPIC und Fernpilot stehen schlicht nicht zur Auswahl. Der Grund ist dokumentarische Ehrlichkeit: Von den Nachweisen eines Gastes hat die Plattform keine Aufzeichnung, also findet für ihn auch keine Nachweisprüfung statt, und man kann nicht so tun, als hätte man eine durchgeführt. Wer das Luftfahrzeug steuert, hat ein Konto in der Organisation und einen hier erfassten Nachweis, Punkt.

Einsatzaufträge

Strukturierte Organisationen protokollieren ihre Einsatzaufträge (ODO). Jeder ODO bekommt eine Protokoll-Nr. ODO-2026-001 (Jahr plus dreistellige laufende Nummer, je Organisation) und trägt eine Kategorie — von Offen A1/A2/A3 über Speziell STS-01/STS-02/PDRA bis zu Betriebsgenehmigung und Zulassungspflichtig —, Szenario, Nr. der Betriebsgenehmigung, Ort, Gültigkeitsfenster sowie Auflagen und Beschränkungen.

Einen ODO anlegen, autorisieren, schließen und widerrufen dürfen nur Inhaber und Administratoren; die übrigen Mitglieder sehen ihn nur. Die Aktion Autorisieren steht nur im Entwurf zur Verfügung und hält fest, wer wann autorisiert hat: eine Unterschrift im Sinne der Nachvollziehbarkeit, keine grafische oder digitale Signatur. Ab diesem Moment ist der ODO weder änderbar noch löschbar, und es bleiben nur Schließen und Widerrufen, beide im Status nachvollziehbar.

Missionen hängen sich aus ihrem eigenen Formular an den ODO. Erfasst du einen Flug einer verknüpften Mission, erbt der Flugbucheintrag den ODO und bekommt die fortlaufende TO-Nummer unter diesem Protokoll: Die Referenz, die du liest, lautet ODO-2026-001 / TO-3. Die Nummerierung läuft je Auftrag, nicht je Mission, und wird beim Anlegen des Flugbucheintrags vergeben.

Schnellaktivierung

Für Rettungseinsätze und wiederkehrende Operationen bereitest du Missionsvorlagen vor: Name, Sektor, Adresse und Koordinaten, voraussichtliche Dauer (10 bis 480 Minuten, voreingestellt 60), dazu die Checklisten-Vorlage, die Drohne und den primären Live-Kanal, die mitkommen sollen.

Der Button Jetzt aktivieren erzeugt sofort eine Mission, die bereits läuft, mit einem Fenster von jetzt bis zur voraussichtlichen Dauer, angehängter Drohne, verbundenem Live-Kanal und aktualisiertem Wetter, sofern das Netz es zulässt. Wer aktiviert, tritt der Crew als Fernpilot bei, sofern der Nachweis heute gültig ist, sonst als Beobachter — nie als PIC oder SPIC, denn das bleibt eine bewusste Entscheidung. Kunde, ODO, Ausrüstung und die übrige Crew werden nicht übernommen: Die ergänzt du in der offenen Mission.

Geozonen nach ED-269

Auf der Seite UAS-Geozonen lädst du die Geozonen-Datei deines Landes hoch. Das Format ist der europäische Standard ED-269 als JSON; akzeptiert wird auch dessen GeoJSON-Serialisierung (ED-318, wie sie Estland und Irland veröffentlichen). Die Datei darf bis zu 50 MB groß sein.

Die Seite sagt dir, wo du sie herunterlädst: Vierzehn Länder sind erfasst, und angezeigt wird jeweils das Portal des Landes deiner Organisation — d-flight für Italien, DIPUL für Deutschland, Géoportail für Frankreich, ENAIRE für Spanien, GoDrone für die Niederlande und so weiter. Nur in Italien erfordert der Download ein Betreiberkonto auf dem Portal.

Zwei Dinge solltest du wissen. Eine Organisation hat genau eine aktive Zonendatei: Jeder Upload ersetzt den vorherigen. Und nach 14 Tagen weist dich die Seite darauf hin, dass die Datei veraltet ist und ein neuer Download ansteht.

Die Seite UAS-Geozonen enthält keine Karte: Sie zeigt Dateistatus, nationale Quelle und Upload. Die Zonen siehst du auf der Missionskarte, eingefärbt nach Beschränkung — rot für verbotene Zonen, orange, wo eine Genehmigung nötig ist, gelb für bedingt zugängliche, blau für den Rest —, mit Höhengrenzen und Zonenhinweis im Popup. Dieselben Zonen erscheinen auch unter der Flugspur im Replay.

Checklisten

Die Checklisten sind in vier Phasen gegliedert: Vorflug, Vor dem Start, Im Flug und Nachflug. Bei der Registrierung der Organisation findest du bereits vier fertige Vorlagen vor, eine je Phase. Die Punkte einer laufenden Checkliste lassen sich frei ändern; für die Ausgangsvorlagen selbst gibt es heute noch keine Verwaltungsseite.

In den Checklisten für Vorflug und Vor dem Start setzt das System die automatischen Prüfungen an den Anfang, bereits abgehakt, wenn sie bestehen, und bereits durchgefallen, wenn nicht:

Die Checkliste lässt sich nur unterschreiben, wenn sie vollständig ist: Fehlt auch nur ein Haken, wird die Unterschrift abgelehnt. Einmal unterschrieben, hält sie fest, wer und wann, und ist weder änderbar noch löschbar.

Die Unterschrift des Nachflugs löst die Folgeaktionen aus: Die geladenen Akkus der Drohnen dieser Mission wechseln auf „zu laden“, und mit ihnen die ins Feld mitgenommene Ausrüstung mit internem Akku. Der Dialog fragt dich außerdem, ob es eine Anomalie gab: Wählst du Wartung, öffnest du eine Inspektion an der Drohne; wählst du Vorfall, öffnest du einen mit der Mission verknüpften Vorfall. Ausgefüllte Checklisten und Blanko-Vorlagen lassen sich als PDF drucken.

SORA

Die Aktion SORA-Assessment auf der Mission öffnet einen einzigen Dialog, der die Methodik SORA 2.0 (JARUS/EASA, Kategorie Specific) anwendet: Du wählst das Betriebsszenario, die charakteristische Abmessung des Luftfahrzeugs — vorausgefüllt mit der größten Drohne der Mission —, die Robustheit der Minderungsmaßnahmen M1, M2 und M3 sowie das initiale und das residuale ARC.

Die Berechnung führt über iGRC → finales GRC → SAIL → geforderte Robustheit der 24 OSO, speichert das Ergebnis in der Risikobewertung der Mission und stellt dir das PDF zum Download bereit. Achte auf einen Sonderfall: Übersteigt das finale GRC den Wert 7, liegt der Betrieb außerhalb der Kategorie Specific; dann wird kein SAIL berechnet und kein OSO aufgeführt.

Das Dokument sagt es ausdrücklich: Es ist eine Entscheidungshilfe, kein formales SORA und keine Erklärung an die Behörde. Die Werte musst du selbst prüfen, ergänzen und nach den Vorgaben deiner zuständigen nationalen Behörde unterzeichnen.

Wetter

Für das Flugfenster zeigt die Mission eine Ampel, berechnet auf den Höchstwerten des Fensters; es gilt immer die schlechteste Bedingung: rot ab 40 km/h Wind, 55 km/h Böen oder 60 % Niederschlagswahrscheinlichkeit; gelb ab 25 km/h Wind, 35 km/h Böen oder 30 % Niederschlag; grün unterhalb aller drei Schwellen.

Neben der Ampel steht die Aufschlüsselung Stunde für Stunde: Wind auch in 120 Metern, Bewölkung und Wolkenuntergrenze, Sicht, Temperatur und Taupunkt, Sonnenauf- und -untergang mit der Golden Hour sowie der geomagnetische Kp-Index vom NOAA (ab Kp 5 herrscht Sturm). Wo es eine Station in der Nähe gibt, kommen die rohen METAR und TAF mit der Flugkategorie VFR/MVFR/IFR/LIFR hinzu.

Die Daten stammen von open-meteo, kostenlos und weiterverbreitbar: Deshalb lässt sich der Snapshot speichern und in die PDFs drucken. Hinterlegt die Organisation einen Windy-Schlüssel, kommen die Daten von dort, mit automatischem Rückfall auf open-meteo, falls etwas hakt. Aktualisiert wird das Wetter mit dem Button Wetter aktualisieren auf der Mission; den Wetterbericht als PDF hängst du dagegen aus Angeboten und Rechnungen an, als Beleg für das gewählte Fenster.