Benutzerhandbuch

DJI Enterprise-Drohnen (Pilot 2)

Die Drohnen der Enterprise-Reihe — Matrice 4T und 4E, Matrice 30 und 30T, Matrice 300 und 350 RTK, Mavic 3 Enterprise — fliegst du nicht mit DJI Fly, sondern mit DJI Pilot 2, und das ändert zwei Dinge zum Besseren: Sie können RTMP von sich aus senden, und sie haben ein Cloud-Modul, das die Fernsteuerung mit der Plattform verbindet. Steht diese Verbindung, füllt sich das Flugbuch nach der Landung von selbst, und die Übertragung startest du aus dem Panel: im Feld tippst du nichts mehr.

Wenn du mit DJI Fly fliegst (Mini, Air, Consumer-Mavic, Avata, Neo), ist dieser Abschnitt nichts für dich: Dein Weg ist Live, mit nativem RTMP oder Screencast.

Was du vorher brauchst

Die Fernsteuerung braucht eigene Konnektivität — SIM, Handy-Hotspot oder WLAN: Die Cloud-Verbindung ist eine ausgehende Internetverbindung der Fernsteuerung, sie läuft nicht über die Drohne. Dazu DJI Pilot 2 auf aktuellem Stand und in der Plattform die Rolle Inhaber oder Administrator, denn die Verbindungsadresse enthält das Token deiner Organisation.

Der Kanal zur Plattform ist verschlüsselt (TLS, Port 8883), und du musst nichts einstellen: Die Verbindungsseite übergibt ihn. Arbeitet die Fernsteuerung hinter dem Netz eines Unternehmens oder einer Behörde, muss dieser ausgehende Port offen sein.

Die Fernsteuerung verbinden (einmalig)

  1. Öffne im Panel Flotte → DJI-Geräte und drücke «DJI Pilot 2 verbinden»: Das Fenster zeigt die Adresse, die du auf der Fernsteuerung öffnest, mit Knopf zum Kopieren. Diese Adresse enthält das Token deiner Organisation — behandle sie wie ein Passwort.
  2. Öffne auf der Fernsteuerung DJI Pilot 2 → Cloud Service (je nach Version «Cloud-Dienst») und gib die Adresse ein. Die Seite, die sich öffnet, ist von Dronetrake und trägt den Namen deiner Organisation: Steht er nicht da, ist die Adresse unvollständig.
  3. Drücke «Verbindung aktivieren». Die Seite führt nacheinander Lizenzprüfung, Identität der Organisation, Workspace und Broker-Verbindung aus und zeigt das rohe Ergebnis jedes Schritts: Scheitert etwas, ist genau das auf dem Bildschirm, was man braucht, um zu sehen, wo es hakt — fotografiere es und schick es uns.
  4. Bei der ersten Verbindung öffnet sich ein Pairing-Fenster von zehn Minuten: Die erste unbekannte Fernsteuerung, die sich meldet, wird deiner Organisation zugeordnet. Willst du nichts dem Zufall überlassen, lege die Seriennummer der Fernsteuerung vorab als neues Gerät an: Die Zuordnung wird eindeutig, und das Fenster brauchst du nicht.
  5. Danach erscheinen Fernsteuerung und Drohne unter DJI-Geräte mit Modell, letztem Kontakt und verfügbaren Kameraansichten. Die Verbindung bleibt: Du machst sie nur neu, wenn du die Fernsteuerung wechselst oder «Trennen» benutzt.

Das Flugbuch füllt sich von selbst

Mit verbundener Fernsteuerung musst du nichts mehr importieren. Die Plattform folgt der Telemetrie und erkennt den Flug selbst: Sie öffnet den Eintrag, wenn die Drohne vom Boden abhebt — über zwei Meter —, und schließt ihn bei der Landung, oder nach einer Minute Funkstille, wenn die Verbindung vorher abreißt. Im Flugbuch landet der ganze Flug: Drohne über die Seriennummer erkannt, Zeiten und Koordinaten von Start und Landung, Flugspur zum Nachvollziehen auf der Karte, benutzte Akkus (unbekannte werden automatisch erfasst) und bei Thermalmodellen die höchste gemessene Temperatur.

Zwei Dinge, damit sie keine Überraschung sind. Erstens: Flüge unter zehn Sekunden werden nicht erfasst — das sind Motorproben und Rollbewegungen, keine Flüge. Zweitens: Die Fernsteuerung sagt nicht, wer geflogen ist, also entsteht der Eintrag auf den Namen einer verantwortlichen Person der Organisation; ist jemand anderes geflogen, korrigierst du das im Flugbuch mit «Berichtigung erstellen» — das Register ist append-only, und Korrekturen bleiben sichtbar (so will es die EASA-Regel, das ist keine Entscheidung von uns).

Derselbe Flug, der zweimal ankäme, bleibt ein einziger Eintrag.

Übertragung: aus dem Panel oder von Hand

Mit aktiver Cloud-Verbindung wird die Übertragung aus der Plattform gesteuert: Auf dem Drohnen-Kanal erscheint die Aktion «DJI-Livestream», wo du Fernsteuerung, Kameraansicht und Qualität wählst (Adaptiv, Flüssig, Standard 720p, HD 1080p, Ultra HD) — die Drohne beginnt binnen Sekunden zu senden. Sagt die Plattform, die Fernsteuerung habe die Kameraansichten noch nicht gemeldet, öffne in Pilot 2 die Kameraansicht und versuch es erneut: Es ist die Fernsteuerung, die sie meldet.

Ohne Cloud-Verbindung bleibt der manuelle Weg, und den kann Pilot 2 hervorragend: Übertragung → Livestream → Benutzerdefiniertes RTMP, die Adresse des Kanals einfügen (du findest sie im Fenster «So überträgst du») und starten. Es ist derselbe Weg wie bei den Consumer-Drohnen, nur brauchst du hier weder HDMI noch Screencast.

In beiden Fällen zählen die Minuten auf dem Kanal, der sendet, nie auf den Zuschauern.

Wenn etwas nicht stimmt

Was es (noch) nicht tut

Die Cloud-Verbindung bringt Flüge und Live, nicht die Medien: Fotos und Videos lädst du wie gewohnt in Medien. Sie holt auch die Vergangenheit nicht zurück — für bereits geflogene Flüge bleiben der Airdata-Import und die CSV-Dateien. Und sie gilt nur für Drohnen mit Pilot 2: Die Consumer-Reihe hat kein Cloud-Modul, und dafür ist Live der richtige Leitfaden.